Warum ich eine App entwickelt habe, die Denkfehler sichtbar macht

Warum ich eine App Namens BayesCheck entwickelt habe, die Denkfehler sichtbar macht

Wir Menschen halten uns gerne für rational. Unsere ersten Gedanken sind immer die richtigen und 7 Tage nachdenken, ist am Ende auch nur eine Ausrede für eine Emotional überforderte Entscheidung anhand von angeblichen Fakten, die wir am Ende eben doch nur mit unseren Augen sehen.

Wir glauben immer wieder, das unsere Entscheidungen auf Fakten, Logik und klaren Argumenten basieren. Doch die Realität ist komplizierter: Unser Gehirn nutzt ständig mentale Abkürzungen, sogenannte kognitive Verzerrungen (Biases), um schneller Entscheidungen treffen zu können, die auch leider oft falsch sein können, obwohl sie als beruhigend oder richtig rüber kommen. Diese helfen uns zwar im Alltag – können aber auch dazu führen, dass wir Dinge falsch einschätzen oder wichtige Informationen übersehen und uns etwas kaputt machen, was nicht kaputt war oder wir einem Moment vertrauen, dem wir lieber nicht vertrauen sollten. Bindungsprobleme, Überdenken und viele weitere Seelische Krankheiten machen es diesen Menschen sogar noch schwerer ein ersten Einblick zu bekommen, wenn gerade kein Fachpersonal vor Ort ist.

Genau diese Erkenntnis und mein eigenes Problem oft meine Sorgen zu sortieren, weil ich Zeichen spüre, die andere oft nicht merken, war der Ausgangspunkt für eine Idee, die schließlich zu meiner App führte.

BayesCheck ist deine Erste Hilfe ein Gedankengang einzuschätzen. Ist die Möglichkeit hoch das man belogen wird und aggieren sollte oder eben nicht.

Ich lernte: Wir merken unsere Denkfehler oft nicht

Hierzu möchte ich ein Beispiel nennen:

Du liest drei Artikel, die deine Meinung bestätigen.
Plötzlich bist du überzeugt: „Ich habe recht.“

Doch vielleicht hast du einfach nur gezielt nach Informationen gesucht, die deine Meinung unterstützen. Unbewusst! Aus Panik, Sorge, Bindungsangst. Alles ist möglich. Dieses Phänomen nennt man Bestätigungsfehler (Confirmation Bias) – eine der häufigsten kognitiven Verzerrungen überhaupt. Dieses in den Fachbüchern in deutlich komplizierter Form zu lesen, zeigte mir, das nicht mein Überdenken das Problem ist, sondern das meine kognitiven Verzerrungen zu einer Arbeit führten die mich entweder verrückter in der Sorge machten oder eben zu doll in Sicherheit gewiegt haben.

Und genau hier beginnt das eigentliche Problem:

Viele Denkfehler passieren unbewusst.

Wir glauben, objektiv zu denken – während unser Gehirn uns still und leise beeinflusst. Dazu noch die passenden Menschen, die einen in diesen Momenten ablenken, falsche Vipes geben und tada, wir haben das Problem direkt vor unserem Kopf und es selber verschlimmert, in welcher Form auch immer.

Meine Idee daraus war heimlich ein Werkzeug zu entwickeln, um Denkfehler sichtbar zu machen.

Während ich mich intensiver mit Entscheidungspsychologie, Statistik und Wahrscheinlichkeiten beschäftigt habe bei Nacht, fiel mir auf:

Es gibt zwar viele wissenschaftliche Modelle und Methoden, um Entscheidungen besser zu verstehen –
aber kaum einfache Werkzeuge, die man im Alltag schnell nutzen kann um zumindest eine erste Einschätzung außerhalb der eigenen zu haben.

Klar gab es AI, aber ein AI musst du Punktgenau füttern, alles genau erklären, damit sie dann überhaupt eine passende Antwort gibt, die aber am Ende nichts wirklich beachtet und gruselige Vorschläge gibt.

Also stellte ich mir eine Frage:

Was wäre, wenn es eine App gäbe, die Gedanken analysiert und mögliche Denkfehler sichtbar macht?

Eine Art Spiegel für das eigene Denken anhand von simplen Fragen.

Aus dieser Idee entstand schließlich meine App:

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Warum der Name „BayesCheck“?

Der Name meiner App ist kein Zufall. Er basiert auf einem Konzept aus der Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie: dem Bayes-Theorem.

Dieses mathematische Prinzip beschreibt, wie sich die Wahrscheinlichkeit einer Hypothese verändert, wenn neue Informationen hinzukommen.

Statt nur zu fragen:

„Ist etwas wahr oder falsch?“

stellt das Bayes-Theorem eine andere Frage:

„Wie wahrscheinlich ist etwas – basierend auf den Informationen, die ich habe?“

Und noch wichtiger:

„Wie verändert sich diese Wahrscheinlichkeit, wenn neue Hinweise auftauchen?“

Genau dieses Prinzip lässt sich überraschend gut auf menschliche Entscheidungen übertragen. Denn viele Fehlentscheidungen entstehen, weil wir unsere ursprüngliche Einschätzung nicht aktualisieren oder nicht passend einsortieren, obwohl neue Informationen vorhanden sind.

Wissenschaftliche Analyse in der App

Die App versucht deshalb, eine Entscheidung nicht einfach nur emotional zu betrachten. Stattdessen berechnet sie zwei Dinge:

1. Gewichtung deiner Indizien

Die Hinweise oder Beobachtungen, die du eingibst, werden danach bewertet, wie stark sie eine bestimmte Hypothese unterstützen oder dagegen sprechen. Nicht jedes Indiz ist gleich stark.

Einige Hinweise können eine Situation deutlich wahrscheinlicher machen – andere haben kaum Einfluss. Die App hilft dabei, diese Gewichtung sichtbar zu machen.

2. Wahrscheinlichkeit nach Bayes

Zusätzlich wird eine statistische Wahrscheinlichkeit berechnet, die sich an der Logik des Bayes-Theorems orientiert.

Das bedeutet:

  • Deine ursprüngliche Einschätzung bildet eine Ausgangswahrscheinlichkeit
  • Deine Indizien verändern diese Wahrscheinlichkeit
  • Am Ende entsteht eine aktualisierte Einschätzung

So entsteht ein strukturierter Blick auf eine Situation, der sich nicht nur auf Bauchgefühl stützt.

Warum mir diese Art der Analyse wichtig war

Mir ging es nie darum, eine App zu entwickeln, die mir sagt, was ich denken soll, sondern mir mit Fakten sagt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit zu einer Lüge ist und ob ich lieber still bleiben soll und weiter mir das anschauen soll, ob ich vielleicht direkt ein Gespräch suchen soll oder vielleicht sogar eigentlich nach der Einschätzung alles okay sein sollte.

Das Ziel war also:

Ein Werkzeug zu schaffen, das hilft, Gedanken zu sortieren.

Manchmal reicht schon ein kleiner Perspektivwechsel, um zu erkennen:

  • Welche Hinweise wirklich relevant sind
  • Welche vielleicht nur Angst oder Hoffnung widerspiegeln
  • und welche Informationen man bisher übersehen hat

Die App ersetzt dabei kein Gespräch mit anderen Menschen (vermeidet Familie und Freunde, sie sind nicht neutral und schaffen dadurch auch eine beeinflusste Bubble) und auch keine professionelle Beratung. Aber sie kann helfen, in einem Moment voller Gedanken zumindest eine strukturierte erste Einschätzung zu bekommen und dadurch auch mehr Ruhe im Kopf zu bekommen

Es ist ein Werkzeug zum Nachdenken

Die Idee hinter der App ist daher bewusst einfach gehalten. Du beantwortest einige Fragen zu einer Situation oder Hypothese.

Die App analysiert:

  • deine Indizien
  • mögliche Denkfehler
  • und die statistische Wahrscheinlichkeit deiner Einschätzung

Am Ende bekommst du keine endgültige Wahrheit. Aber du bekommst etwas, das oft genauso wertvoll ist:

Eine zweite Perspektive auf deine eigenen Gedanken.

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